Travel Guide | Lissabon

 

Mit Lissabon als auch mit Portugal assoziierte ich ungefähr eine Sache - Christiano Ronaldo. Ehrlich zugegeben, das ist wohl nicht unbedingt das, was sich ein Portugiese wünscht, aber Portugal war für mich zwar immer da, ich bezweifelte auch nie, dass es nicht wunderschön sei, schließlich hatte ich von einigen Reisenden nur Gutes gehört, doch stand es nie so auf meinem Schirm. Dieses Jahr änderte sich dies aber und was ich aus Lissabon mitnehme? Bleibende Eindrücke, schöne Bilder, sonniges Klima, leckeres Essen, nette Menschen und eine wunderschöne, erlebenswerte Stadt - aber seht doch selbst: 

 

arco da rua augusta

 

Gleich an unserem ersten Abend, gebeutelt von einer langen Anreise zum Flughafen, einem letztlich turbulenten Flug und einem Schläfchen im kuscheligen Hotelbett, lernten wir den Arno da rua Augusta kennen. Einen großen Torbogen, der eine der belebtesten Einkaufsstraßen der Stadt säumt und zugleich den Blick auf den Fluss Tajo freigab. Sowohl vor als auch hinter dem Bauwerk, erstrecken sich einige köstliche Restaurants und Eisdielen, sowie Geschäfte und Museen. 

 

ponte 25 de abril & christo rei

 

Unser erster Tag sorgte für eine Überfahrt über den Tajo, jedoch nicht mit dem Bus über die Ponte 25 de Abril, sondern mit der Fähre, wobei man nicht nur einen wunderbaren Blick auf die Brücke erhaschte, sondern sich auch gleich auf Meeresfeeling (der Tajo mündet in den Atlantik) an Lissabons Stränden einstimmen konnte. 

 

Am Jesus-Denkmal Christo Rei angekommen, wird man mit der einzigartigen Aussicht auf ganz Lissabon belohnt. 

 

typisch lissabon

 

Am meisten beeindruckt haben mich weniger die großen Sehenswürdigkeiten, als viel mehr die bunten, mit Fliesen bedeckten Wohnhäuser der Hauptstädter. Sowohl die bunteste Vielfalt erblickt einem in vielen Straßen, aber auch viele Souvenirs und Andenken sind in vielen kleinen Läden anzutreffen und ein tolles Mitbringsel für Daheimgebliebene. Ich hätte gerne große Salatschüsseln und feingearbeitete Teller mitgebracht, aber aufgrund der Flugreise und des begrenzten Koffergewichts, war dies leider nicht möglich.

 

Ein weiteres (kulinarisches) Highlight ist die Pastel de Nata, ein portugiesisches Süßgebäck, das auf keinen Fall fehlen darf. Egal als Nachtisch oder nachmittags zu Kaffee - der Blätterteig mit einer leckeren Puddingfüllung ist für jedermanns Gaumen ein Genuss. 

 

castelo de sao jorge

 

Die alte Burg liegt - wie viele weitere Sehenswürdigkeiten Lissabons auch - auf einem der sieben Hügel der Stadt. Und nach unzähligen Treppenstufen, wird man gerade abends mit einem tollen Ausblick bei untergehender Sonne belohnt. Wie ein großer Spielplatz für Erwachsene lockt die Burg durch Parkanlage, Burgruine, Museum und Café. Der Eintritt von 8€ ist es aber auf jeden Fall wert. 

 

sintra gebirge

 

Mit dem Zug - eines der günstigsten Verkehrsmittel - erreicht man in knapp 40 Minuten Sintra, eine Stadt nordwestlich von Lissabon. Neben enormen Toursitenmassen und horrenden Preisen, lockt das Gebiet vor allen Dingen mit seiner Natur, dem westlichsten Festlandpunkt Europas und wunderbaren Stränden (besonders geeignet für passionierte Surfer!). In Sintra selbst gibt es einige Schlösser, Burgen und Parkanlagen, die teilweise freizeitparkverdächtig daherkommen und zum Verweilen einladen. Als Tagestour ist es jedoch sehr viel, es lohnen sich wohl mehrere Tage Aufenthalt. 

 

tram 28

 

Die Tram 28 entpuppt sich als der Touristenmagnet schlechthin. Teilweise muss man 1 1/2 Stunden auf die Fahrt mit der alten Straßenbahn warten, das macht bei sommerlicher Hitze natürlich keinen Spaß. Versucht nicht am Startpunkt (Martim Moniz) in die Bahn zu gelangen, sondern erst einige Haltestellen weiter. Hier sind schon einige wieder ausgestiegen und es gibt wieder Chancen auf einen Sitzplatz. Außerdem beginnt das Besondere der Bahn (die kleinen engen, verwinkelten Gassen, die sie teilweise hinauf- und hinunter saust) erst nach einigen Haltestellen. Dennoch lohnt es sich einmal einzusteigen, da sie an einer großen Menge von Sehenswürdigkeiten vorbeifährt. Abends sind diese nicht nur besser zu sehen, da die Touristenschlange verschwunden ist, sondern auch, weil sie von warmen Licht beleuchtet werden. 

 

mosteiro dos jeronimos

 

Belem zählt - meiner Meinung nach - zu einem der schönsten Stadtteile Lissabons. Natürlich ist es auch wieder sehr touristisch und deswegen wohl auch besonders herausgeputzt, aber dennoch hat es seinen ganz eigenen Charme. Beherbergt wird dort auch das Kloster Mosteiro dos Jeronimos. Dort kann man nicht nur wunderschöne Kreuzgänge bestaunen, sondern auch so einiges über Portugals Geschichte erfahren. Leider muss man auch hier eine Menge Zeit zum Anstehen mitbringen, 10€ Eintritt blechen und sich erneut für die Kirche anstellen - schade! 

 

torre de belem & padrao dos descobrimentos

 

Neben dem Kloster, gibt es auch noch den Turm von Belem zu begutachten, welcher wohl als das Wahrzeichen Lissabons gilt und das Denkmal Padrao dos Descobrimentos mit Blick auf die Brücke. Nur wenige Meter weiter fließt dort der Tajo in den Atlantik hinein und generell herrscht hier eine tolle Stimmung. Da sich am Flussufer viele kleine Bars und Stände tummeln, die frische Drinks oder Leckereien verkaufen. 

 

convento do carmo

 

Leider wurde Lissabon im Jahre 1755 von einem heimtückischen Erdbeben heimgesucht, wobei auch diese wunderschöne Kirche zum Opfer fiel. Dennoch ist es fast herrlich, dass sie nicht wieder komplett hergerichtet wurde, denn durch das fehlende Dach versprüht sie ihren ganz eigenen Charme. Diesen Charme haben wohl auch die Portugiesen zu nutzen gewusst und veranstalten im Herzen des eingestürzten Gebäudes Konzerte und andere Veranstaltungen. Im angrenzenden Museum erfährt man einiges über das frühere Aussehen der Kirche. 

 


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Kommentare: 1
  • #1

    Madeleine (Dienstag, 22 August 2017 16:48)

    Sehr schönes Tagebuch für einen super Urlaub! ��